Sehkraft erhalten

Was Augenübungen, Entspannung und Lebensstil beitragen können

Viele Menschen gehen davon aus, dass eine nachlassende Sehkraft ab dem 40. oder 50. Lebensjahr zwangsläufig dazugehört. Tatsächlich verändern sich die Augen im Laufe des Lebens – beispielsweise nimmt die Fähigkeit des Auges ab, auf kurze Entfernungen scharfzustellen. Eine Lesebrille kann dadurch irgendwann notwendig werden.

Doch nicht jede Sehbeschwerde ist einfach eine Frage des Alters.

Lange Bildschirmzeiten, konzentriertes Arbeiten, wenig Bewegung, Stress, ungünstige Lichtverhältnisse und zu seltene Pausen können zu müden, trockenen oder angespannten Augen beitragen. Hier können einfache Entspannungs- und Bewegungsübungen eine sinnvolle Ergänzung im Alltag sein.

Sie ersetzen allerdings keine augenärztliche Untersuchung. Besonders bei plötzlich auftretenden Sehstörungen, Lichtblitzen, einem Gesichtsfeldausfall, starken Augenschmerzen oder einer deutlichen Verschlechterung der Sehkraft sollte unverzüglich ärztliche Hilfe gesucht werden.

Drei einfache Übungen für entspannte Augen

Schon wenige Minuten am Tag können dabei helfen, bewusster mit den eigenen Augen umzugehen. Ziel ist nicht, eine Brille „wegzutrainieren“, sondern die Augen zu entspannen und einseitige Belastungen – insbesondere durch langes Nahsehen – regelmäßig zu unterbrechen.

Übung 1: Palmieren – Ruhe für die Augen

Reibe deine Handflächen einige Sekunden kräftig aneinander, bis du eine angenehme Wärme spürst.

Schließe anschließend die Augen und lege die warmen Handflächen locker über die geschlossenen Augen. Wichtig: Nicht auf die Augäpfel drücken.

Atme ruhig und entspannt für etwa 30 bis 60 Sekunden.

Diese Übung kann vor allem als bewusste Entspannungspause angenehm sein. Die Wärme und die Dunkelheit helfen vielen Menschen dabei, für einen Moment aus der visuellen Dauerbelastung auszusteigen.

Übung 2: Augenbewegungen

Setze dich entspannt hin und halte den Kopf möglichst ruhig.

Bewege deinen Blick langsam:

  • nach oben,
  • nach unten,
  • nach links,
  • nach rechts.

Wiederhole jede Richtung etwa fünf- bis sechsmal. Die Bewegungen sollten langsam und angenehm sein. Wenn Schwindel, Schmerzen oder andere Beschwerden auftreten, solltest du die Übung abbrechen.

Gerade Menschen, die viele Stunden auf einen Bildschirm oder ein Buch schauen, können davon profitieren, ihre Augen regelmäßig aus der starren Nahsicht herauszubewegen.

Übung 3: Langsame Augen-Kreise

Bewege deinen Blick langsam in einem möglichst großen Kreis.

Führe etwa fünf- bis sechsmal eine Kreisbewegung in die eine Richtung aus und anschließend ebenso oft in die andere Richtung.

Auch hier gilt: Nicht übertreiben. Die Übung soll angenehm sein und keine Schmerzen oder deutlichen Sehstörungen verursachen.

Noch wichtiger: regelmäßig in die Ferne schauen

Eine der einfachsten Gewohnheiten für Menschen, die viel am Bildschirm arbeiten, besteht darin, den Blick regelmäßig in die Ferne schweifen zu lassen.

Du kannst beispielsweise die bekannte 20-20-20-Regel ausprobieren:

Alle 20 Minuten für etwa 20 Sekunden auf etwas schauen, das mindestens 20 Fuß – also ungefähr 6 Meter – entfernt ist.

Dadurch unterbrichst du die dauerhafte Naharbeit und gibst deinen Augen eine kurze Erholungspause.

Auch ein Spaziergang im Freien kann eine gute Möglichkeit sein, den Blick immer wieder zwischen unterschiedlichen Entfernungen wechseln zu lassen.

Dabei sollte man jedoch nicht den Eindruck erwecken, dass natürliches Licht allein eine bestehende Fehlsichtigkeit korrigieren kann. Es geht vielmehr um eine ausgewogene Umgebung, regelmäßige Pausen und weniger einseitige Nahbelastung.

Die Augen brauchen mehr als Übungen

Unsere Augen funktionieren nicht unabhängig vom restlichen Körper. Schlaf, Stress, Bewegung, Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und allgemeine Gesundheit beeinflussen unser Wohlbefinden – und damit auch, wie angenehm sich das Sehen im Alltag anfühlt.

Besonders Bildschirmarbeit kann die Augen belasten. Beim konzentrierten Blick auf einen Monitor blinzeln viele Menschen weniger. Dadurch kann der Tränenfilm instabiler werden und trockene, brennende oder müde Augen können entstehen.

Deshalb gehören zu einer guten Augenroutine nicht nur Übungen, sondern auch:

  • regelmäßige Bildschirmpausen,
  • bewusstes Blinzeln,
  • ausreichend Schlaf,
  • gute Beleuchtung,
  • Bewegung an der frischen Luft,
  • eine ausgewogene Ernährung,
  • ausreichend Flüssigkeit,
  • und regelmäßige augenärztliche Kontrollen.

Was hat die Leber mit den Augen zu tun?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt es seit Jahrhunderten die Vorstellung einer besonderen Verbindung zwischen Leber und Augen. In diesem traditionellen Verständnis wird die Leber unter anderem mit der Versorgung und Funktion der Augen in Verbindung gebracht.

Auch Emotionen wie Stress, Ärger oder unterdrückte Gefühle werden in der TCM bestimmten körperlichen Funktionskreisen zugeordnet.

Diese Sichtweise kann kulturell und ganzheitlich interessant sein. Sie sollte jedoch von medizinischen Erkenntnissen unterschieden werden: Es gibt keinen ausreichenden wissenschaftlichen Beleg dafür, dass eine „überlastete Leber“ aufgrund von Stress oder zurückgehaltener Wut die häufige Ursache für eine nachlassende Sehkraft ist.

Tatsächlich können Lebererkrankungen unter bestimmten Umständen auch Auswirkungen auf den Körper und die Augen haben. Eine verschwommene Sicht sollte jedoch nicht automatisch als „Leberproblem“ interpretiert werden.

Entspannung ist trotzdem wichtig

Stress kann unser gesamtes Körpergefühl beeinflussen. Viele Menschen spannen bei konzentrierter Arbeit unbewusst Stirn, Kiefer und Augenpartie an. Eine kurze Pause, bewusstes Atmen und das Schließen der Augen können deshalb wohltuend sein.

Vielleicht liegt gerade darin die wichtigste Botschaft:

Du musst deine Augen nicht ständig benutzen, ohne ihnen auch Ruhe zu gönnen.

Augengesundheit bedeutet nicht nur, möglichst scharf zu sehen. Sie bedeutet auch, aufmerksam mit den eigenen Sehgewohnheiten umzugehen.

Eine kleine tägliche Augenroutine

Du kannst dir daraus eine einfache Routine machen:

1 Minute: Augen schließen und entspannen
1 Minute: langsam nach oben, unten, links und rechts schauen
1 Minute: sanfte Augenbewegungen und anschließend in die Ferne schauen
Während der Bildschirmarbeit: regelmäßig Pausen einlegen und bewusst blinzeln
Im Alltag: ausreichend bewegen, schlafen und auf eine ausgewogene Ernährung achten

Das kostet nur wenige Minuten und kann dabei helfen, bewusster mit der eigenen visuellen Belastung umzugehen.

Und noch etwas ist wichtig

Nicht jede Sehverschlechterung lässt sich durch Übungen beeinflussen.

Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit, Grauer Star, Grüner Star, Netzhauterkrankungen oder andere Augenprobleme haben unterschiedliche Ursachen und benötigen gegebenenfalls eine gezielte medizinische Behandlung.

Deshalb gilt:

Augenübungen können eine sinnvolle Ergänzung für Entspannung und Sehkomfort sein – sie ersetzen aber keine Diagnose und keine notwendige Behandlung.

Wer seine Sehkraft möglichst lange erhalten möchte, sollte seine Augen nicht erst dann ernst nehmen, wenn Probleme auftreten.

Gib deinen Augen Pausen. Bewege deinen Blick. Verbringe Zeit im Freien. Achte auf Schlaf und Stress. Und lasse Veränderungen des Sehens fachärztlich abklären.

Denn gute Augengesundheit beginnt nicht erst mit der nächsten Brille – sondern mit einem bewussten Umgang mit den eigenen Augen.

BESSER SEHEN

Die Augen ganzheitlich verstehen und stärken

Gutes Sehen ist mehr als die Funktion unserer Augen. Körper, Seele und Geist stehen in einem engen Zusammenhang und können unser Wohlbefinden und unsere Wahrnehmung beeinflussen.

Dieser informative Vortrag zeigt ganzheitliche Zusammenhänge rund um das Thema Sehen und gibt Anregungen für den Alltag. Im Mittelpunkt stehen Ernährung und ihre möglichen Zusammenhänge mit den Organen, gezielte Augenübungen sowie Kaltwasser- und Lichtanwendungen.

Darüber hinaus werden homöopathische Ansätze bei Grauem Star und Grünem Star (Glaukom) vorgestellt und erläutert.

Ein verständlicher Vortrag für alle, die ihre Augen besser verstehen und sich mit natürlichen und ganzheitlichen Möglichkeiten rund um das Sehen beschäftigen möchten.

Inhalte:

  • Körper – Seele – Geist und ihre Zusammenhänge
  • Ernährung und Organzugehörigkeit
  • Praktische Augenübungen
  • Kaltwasseranwendungen
  • Lichtanwendungen
  • Homöopathische Ansätze bei Grauem und Grünem Star

Format: MP4-DVD
Laufzeit: ca. 78 Minuten