Die Tanne

Der Baum des Lichtes 🌲
„O Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter“ – kaum ein Weihnachtslied ist so tief im kollektiven Gedächtnis verankert wie dieses. Generationen von Kindern wachsen mit seinem Klang auf, und doch wissen nur wenige, welche Geschichte, Symbolik und botanische Besonderheit sich hinter der Tanne verbirgt. Sie ist weit mehr als nur ein Christbaum – sie gilt seit jeher als Baum des Lichtes, der Beständigkeit und der Hoffnung.
Ein Baum voller Treue und Beständigkeit
Die Tanne gehört zu den immergrünen Nadelbäumen und behält selbst in den dunkelsten Wintermonaten ihr sattes Grün. Genau diese Eigenschaft machte sie schon früh zum Sinnbild für Treue, Ausdauer und Lebenskraft. In Zeiten, in denen alles kahl und leblos erscheint, steht sie unbeirrt da – ein lebendiges Zeichen dafür, dass das Leben weitergeht.
Ursprung des Liedes „O Tannenbaum“
Ursprünglich war „O Tannenbaum“ kein Weihnachtslied, sondern ein Liebeslied. Der Text stammt von August Zarnack (1819) und beklagte die Untreue einer Frau. Die immergrüne Tanne diente dabei als Gegenbild zur menschlichen Unbeständigkeit:
„O Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter.“
Die Tanne wurde so zum Symbol für Verlässlichkeit und Charakterfestigkeit – Werte, die man im Menschen oft vergeblich sucht.
Vom Liebeslied zum Weihnachtsklassiker
Erst 1824 wandelte der Lehrer Ernst Anschütz das Lied in ein Weihnachtslied um. Er übernahm die erste Strophe von Zarnack und ersetzte die übrigen Verse durch neue, die den Baum als weihnachtliches Sinnbild in den Mittelpunkt stellten. So entwickelte sich aus einem melancholischen Liebeslied eines der bekanntesten Weihnachtslieder im deutschsprachigen Raum.
Warum „Blätter“ und nicht „Nadeln“?
Eine häufig gestellte Frage lautet: Warum singt man von Blättern, obwohl die Tanne Nadeln trägt?
Die Antwort ist überraschend einfach:
Botanisch gesehen sind Nadeln nichts anderes als spezialisierte, nadelförmige Blätter. Die Bezeichnung „Blätter“ ist also vollkommen korrekt und war bereits in älteren Volksliedern üblich. Zudem klang der Begriff poetischer und ließ sich besser in den Liedtext integrieren.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts setzte sich schließlich die Variante
„Wie grün sind deine Blätter“
als gängige Liedfassung durch.
Die Tanne als Weihnachtsbaum und Wirtschaftsfaktor
Allein in Österreich werden jährlich rund 2,4 Millionen Christbäume verkauft – mit einem Umsatz von etwa 52 Millionen Euro. Entgegen weit verbreiteter Befürchtungen stellt diese weihnachtliche Abholzung keinen ökologischen Schaden dar. Die Bäume stammen überwiegend aus специально angelegten Kulturen auf landwirtschaftlich schwer nutzbaren Flächen und werden gezielt nachgepflanzt.
Im Gegenteil: Christbaumkulturen tragen zur CO₂-Bindung, zur Landschaftspflege und zur regionalen Wertschöpfung bei.
Der Baum des Lichtes – eine uralte Symbolik
Schon lange vor dem Christentum galt die immergrüne Tanne als Lichtbaum. In der dunklen Jahreszeit verkörperte sie Hoffnung, Schutz und Erneuerung. Mit Kerzen geschmückt, wurde sie zum Zeichen des wiederkehrenden Lichtes – ein Brauch, der sich später im Weihnachtsbaum fortsetzte.
So verbindet die Tanne bis heute Natur, Spiritualität, Tradition und Gemeinschaft – und erinnert uns daran, auch in dunklen Zeiten an das Licht zu glauben.

Die Mythen und Sagen der Tanne 🌲
Vom heiligen Baum zum Weihnachtsbaum
Das geheimnisvolle Leuchten und die tiefe Anziehungskraft des Weihnachtsbaumes wurzeln in einer jahrtausendealten Verschmelzung vorchristlicher Naturverehrung mit christlicher Symbolik. Die Tanne ist kein zufälliges Weihnachtssymbol – sie war schon lange zuvor ein heiliger Baum, Träger von Mythen, Schutzkräften und Hoffnung.
Die Tanne im heidnischen Brauchtum
In vorchristlicher Zeit verehrten die Menschen Bäume als Wohnstätten von Geistern, Ahnen und Naturkräften. Besonders während der Wintersonnenwende und der darauffolgenden zwölf Rauhnächte (vom 25. Dezember bis 6. Jänner) galt die Grenze zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt als durchlässig. Diese Zeit war von Ritualen, Orakeln und Schutzbräuchen geprägt.
Um böse Geister, Dämonen und Unheil von Häusern, Höfen und Ställen fernzuhalten, schmückte man Wohnräume mit immergrünem Reisig. Beliebt waren vor allem Tanne, Eibe, Buchsbaum und Stechpalme – Pflanzen, die selbst im tiefsten Winter ihre Lebenskraft bewahren.
Das Grün im Winter symbolisierte:
- Unsterblichkeit und Erneuerung
- Lebenskraft in der Dunkelheit
- Hoffnung auf Fruchtbarkeit, Glück und Segen
Licht gegen die Dunkelheit
Das Entzünden von Lichtern hatte eine zentrale Bedeutung. Fackeln, Kerzen und Feuer sollten:
- die langen Winternächte verkürzen,
- Schutz bieten,
- und das Wiederkehren des Lichtes herbeirufen.
Der von Kerzenschein erhellte, immergrüne Baum wurde so zum Sinnbild des Lebens in einer Zeit, in der die Natur stillzustehen schien.
Der Wandel im Christentum
Anfangs versuchte das Christentum, diese heidnischen Bräuche zu unterbinden. Doch mit der Zeit erkannte man die tiefe symbolische Kraft der Tanne und integrierte sie in die christliche Glaubenswelt.
Die Kerzen, die einst Geister vertreiben und das Ende der dunklen Winternächte ankündigen sollten, erhielten nun eine neue Bedeutung:
Sie verkündeten die Frohbotschaft der Geburt Jesu, der als „Licht der Welt“ in die Dunkelheit kam.
So wurde aus dem heidnischen Lichtbaum ein christliches Symbol für Hoffnung, Erlösung und göttliches Licht.

Der Tannenbaum als Lebensbaum
Im 17. Jahrhundert erfuhr der Weihnachtsbaum eine weitere tiefgreifende Deutung. Der biblische Apfel, Sinnbild für den Sündenfall und den Tod, wurde als Baumschmuck verwendet. Gemeinsam mit Oblaten – Symbol für Leib Christi und Erlösung – wandelte sich der Tannenbaum zum Lebensbaum, der Tod und Erlösung, Fall und Wiederaufstieg miteinander verband.
Der Baum stand nun für:
- Erkenntnis und Schuld,
- aber auch für Vergebung, Leben und göttliche Gnade.
Historische Zeugnisse des Weihnachtsschmucks
Eine der frühesten schriftlichen Quellen zur Beliebtheit des geschmückten Weihnachtsbaumes stammt aus dem Jahr 1605. Darin heißt es:
„Auff Weihnachten richtet man Dannenbäum in den Stuben auff, daran hencket man Roßen aus vielfarbigem Papier geschnitte, Äpfel, Obladen, Zischgold und Zucker.“
Diese Beschreibung zeigt eindrucksvoll, wie reich und symbolträchtig der Weihnachtsschmuck bereits damals war – lange bevor Glaskugeln und elektrische Lichter Einzug hielten.
Die Tanne – ein Baum zwischen den Welten
Bis heute vereint die Tanne Mythos, Spiritualität und Tradition. Sie steht an der Schwelle zwischen Dunkelheit und Licht, Tod und Leben, Natur und Glauben. Ihr immergrünes Wesen erinnert uns daran, dass selbst in der tiefsten Nacht ein neuer Anfang verborgen liegt.
Der Baum –
Die Tanne: Geschichte, Holz und Magie des Waldes 🌲
Der Name Tanne geht auf das althochdeutsche Wort „Tan“ zurück, das schlicht „Wald“ bedeutet. Damit ist die Tanne seit jeher eng mit dem Wald verbunden – als Symbol für Natur, Schutz und uralte Lebensräume.
Vom weiten Wald zur bedrohten Region
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erstreckten sich in ganz Österreich noch große Tannenregionen, die unsere Landschaft prägten. Doch im Laufe der Zeit schrumpfte ihr Bestand dramatisch:
Heute machen Tannen nur noch etwa 3 Prozent der gesamten Waldfläche aus.
Die Gründe dafür sind vielfältig:
- intensive Waldbewirtschaftung,
- Verbissschäden durch Wildtiere wie Rehe und Hirsche,
- und die Folgen von Luftverschmutzung.
Noch immer erzählen viele unserer Märchen und Sagen von den geheimnisvollen Tiefen der dunklen, geschlossenen Tannenwälder. Doch diese magischen Orte sind inzwischen rar geworden – wahre Rückzugsorte der Natur, die es zu bewahren gilt.
Das Holz der Tanne – robust trotz empfindlicher Oberfläche
Das Holz der Tanne ist charakteristisch: es schimmert rötlich bis gelblichweiß und wirkt auf den ersten Blick eher spröde und schwer zu bearbeiten. Doch gerade diese Eigenschaften täuschen, denn das Tannenholz ist überraschend trag- und bruchfest.
Schon in der Antike wussten die Griechen diese Stabilität zu schätzen – sie nutzten Tannenholz gerne für Schiffsmasten, die enormen Belastungen standhalten mussten.
Darüber hinaus hat das Holz eine besondere Beständigkeit gegen Säuren und Alkalien, weshalb es heute noch häufig zur Aufbewahrung chemischer Stoffe verwendet wird.
Traditionelle Nutzung – vom Dach bis zur Chemikalienkammer
Die Tanne ist auch für ihre witterungsbeständigen Dachschindeln bekannt. In vielen Regionen wurden und werden Tannenschindeln auf Häusern und Hütten verwendet, da sie Wind und Wetter über lange Zeit trotzen können.
Diese vielseitige Nutzung des Holzes zeigt, wie eng Mensch und Baum seit jeher verbunden sind – von der Rohstoffquelle über symbolischen Wert bis hin zur Heimat vieler Mythen und Geschichten.
Warum wir die Tanne schützen sollten
Mit ihrer selten gewordenen Präsenz und der tiefen Verwurzelung in Kultur und Natur ist die Tanne ein wichtiger Teil unserer heimischen Biodiversität und Tradition. Der Schutz und die Pflege dieser Bäume sind deshalb nicht nur ökologisch, sondern auch kulturell essenziell.

Die Tanne in der Medizin – Heilkräfte aus Wald und Harz 🌿
Die heilende Kraft der Tanne begleitet die Menschheit schon seit Jahrtausenden. Ihr belebender Duft, das vielseitige Harz, die Nadeln und jungen Triebe haben in zahlreichen Kulturen als wertvolle Heilmittel gedient – und tun es bis heute.
Tannenharz – das natürliche Antiseptikum
In der traditionellen Volksheilkunde wurde besonders das Tannenharz geschätzt, das auch als „Elsässer Terpentin“ bekannt ist. Aufgrund seiner antiseptischen Eigenschaften wurde es häufig zur Wundbehandlung und Desinfektion eingesetzt. Zudem fördert das Harz die Durchblutung der Haut und des Gewebes, weshalb es gerne als Bestandteil in Rheuma- und Arthrose–Salben verwendet wird.
Ätherische Öle aus Tannentrieben – natürliche Helfer für die Atemwege
Die jungen Triebe der Tanne geben reichlich ätherische Öle frei, die besonders für die Atemwege wohltuend sind. Diese Öle wirken schleimlösend, entzündungshemmend und lungenstärkend – ein Grund, warum Auszüge und Teeaufgüsse aus Tannenzweigen traditionell gegen Erkältungen, Bronchitis und andere Lungenleiden empfohlen werden.
Schon der berühmte Pfarrer Sebastian Kneipp erkannte die Heilkraft der Tanne und empfahl seinen Patienten Tannenzapfen- und Zweigextrakte als unterstützende Therapie bei Atemwegserkrankungen.
Ein Mittelalterliches Heil- und Genussgetränk – der Tannensud
Im Mittelalter war der Sud aus Tannenzweigen nicht nur wegen seiner heilenden Wirkung beliebt, sondern diente auch als berauschendes Getränk. Der vergorene Tannensud war eine Art Bier, das vor allem von Menschen aus unteren sozialen Schichten konsumiert wurde. Da Wein damals teuer und den Wohlhabenden vorbehalten war, bot das Tannenbier eine erschwingliche Alternative.
Dieses „Waldbier“ war nicht nur preiswert, sondern enthielt auch die positiven Wirkstoffe der Tanne – ein Getränk mit doppeltem Nutzen: Genuss und Gesundheit.
Tanne heute – Naturheilkraft und moderne Anwendungen
Auch heute erlebt die Tanne in der Naturheilkunde ein Comeback:
- Ätherische Öle aus Tannennadeln finden sich in Aromatherapien,
- Harzprodukte werden in Salben und Balsamen verwendet,
- und Tees aus Tannenzweigen helfen bei Erkältungen und zur Stärkung des Immunsystems.
Die Tanne ist damit nicht nur ein Symbol für Weihnachtsfreude, sondern auch ein wertvoller Heilbaum, dessen Kräfte wir besser nutzen und schützen sollten.
Tannen Tage:
2.1 bis 11.1 und
5.7 bis 14.7
Charaktereigenschaften:
Herb, kühl, außergewöhnlich, Geschmack, kultiviertes Auftreten, neigt zum Egoismus, ehrgeizig und begabt.
Tanne täuscht man nicht –
Die stille Kraft und Eigenwilligkeit des Lebensbaums 🌲
Unter den dichten, schützenden Zweigen der Tanne entsteht eine besondere Atmosphäre – eine Oase der beschaulichen Ruhe und inneren Einkehr. Wer in einen Tannenwald eintaucht, spürt förmlich die stille Aufforderung zur Besinnung und Achtsamkeit.
Die Tanne im Baumhoroskop – Zartheit trifft auf Stärke
Wie ihre zartgliedrige Jugendgestalt zeigt, brauchen Tannen laut Baumhoroskop in ihrer Entwicklung besonders viel Schnitt, Pflege und Geborgenheit. Ähnlich wie junge Tannensetzlinge, die keine zu starke Sonnenbestrahlung vertragen, sehnen sich Menschen, die unter dem Zeichen der Tanne stehen, nach hingebungsvoller Zuneigung und Schutz.
Nur durch diese liebevolle Fürsorge entwickeln sie das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Doch ihre Suche nach mütterlicher Fürsorge begleitet sie oft ein Leben lang – selbst zeigen sie dabei selten aufopfernde Seiten.
Freiheitsdrang mit eigener Note
Der starke Freiheitsdrang der Tanne kann sich manchmal in Egoismus verwandeln. Ihre Eigenständigkeit macht sie nicht selten zu selbstherrlichen Persönlichkeiten, die ihren eigenen Weg unbeirrt verfolgen.
Kein Partylöwe, aber gesellschaftlicher Meister
Zwar sind Tannen keine „Partylöwen“ oder „Salontiger“, doch auf gesellschaftlichen Veranstaltungen wissen sie, wie man sich souverän und kultiviert präsentiert. Ihr gepflegtes Auftreten wirkt eher einladend und kultiviert als abweisend.
Authentizität über Oberflächlichkeit
Oberflächliches Geplänkel ist nicht ihre Welt. Sie verabscheuen Blender und Schmeichler und lassen sich kaum täuschen. Wer ihr Vertrauen gewinnen will, muss Geduld, Ausdauer und Echtheit mitbringen.
Ein Freund fürs Leben und hohe Ansprüche
Gelingt es, ihr Vertrauen zu erringen, hat man einen treuen Freund fürs Leben gewonnen. Ansonsten gelten Tannenmenschen als ehrgeizig, begabt und äußerst fleißig – Menschen, die von anderen ebenso viel erwarten, wie sie selbst bereit sind zu geben.
Die Tanne als Spiegelbild menschlicher Tiefe
Die Tanne ist ein Baum, der Ruhe, Stärke und Ehrlichkeit verkörpert. Sie fordert Hingabe und schenkt im Gegenzug treue Verbundenheit. Wer sich auf sie einlässt, entdeckt einen eigenwilligen, aber loyalen Charakter, der keine Täuschung duldet und stets nach wahrer Substanz strebt.






